Geschichte
Geschichte SIM AG
1904 Bezug einer kleinen Werkstatt in Renens durch den englischen Offizier Cyrille Sankey - noch nicht unter dem Namen SIM SA - jedoch ist dies als Grundstein für die Gründung der heutigen SIM AG zu betrachten. Es existieren sogar Geschichten und Erzählungen welche die Geburtsstunde der SIM auf 1898 datieren; da wir diese Aussagen nicht beweiskräftig hinterlegen können sehen wir von der Erwähnung als Gründungsjahr oder Geburtsstunde ab.
Als Gründer Major Cyrille Sankey die SIM offiziell anno 1907 in der kleinen Werkstatt in Renens gründete, produzierte er Feilen, die zum Aufschneiden von Ampullen dienten. Der Start war schwierig, das nötige Geld fehlte. Bereits 1909 musste Major Sankey wieder alle Arbeiter - bis auf drei - entlassen. Unter der Direktion von Denyse Guerne entwickelte sich das Unternehmen trotz den bestehenden finanziellen Engpässen sehr gut und bereits ein Jahr später - 1910 konnte ein Rekordumsatz von 6000Chf ausgewiesen werden.Die Produktion der Feilen war jedoch kostenintensiv und schon bald war das Geschäftskapital aufgezehrt und verloren. Mit neuem Personal machte die SIM einen erfolgversprechenden "Neustart" im Bereich der Produktion von Automobilersatzteilen. Eine gute Idee - denn dieser Markt befand sich zu der Zeit im Aufschwung.
Die SIM Produzierte mit großem Erfolg Kolbenringe unter einer modifizierten Lizenz von Lehmann. Der Ausstoß wurde auf bis 1000! Einheiten pro Tag gesteigert.
Die Firma erlebte eine Kapitalerhöhung und wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie bekam den Namen: Etablissements SIM S.A., welche heute unter SIM AG geführt wird.
Die Herstellung der Kolbenringe wurde mit 33 Rappen pro Stück angegeben. Der durchschnittliche Durchmesser lag bei 70mm, das Gusseisen kostete 15 Rappen pro Ring, die Herstellung ebenfalls 15 Rappen und 10% wurden für Ausschuss beigerechnet - 33 Rappen. Das Geschäft lief gut und bereits 1913 wurde eine hauseigene Gießerei in Betrieb genommen. Dazu kamen eine Garage mit Motorreparaturabteilung und ein Taxiunternehmen.
Der Erste Weltkrieg brachte eine allgemeine Verschlechterung der Wirtschaftslage mit sich. Nicht jedoch für die SIM - die Motorisierung der Armee brachte neue Aufträge ein. In Morges konnte eine neue Produktionsstätte und Gießerei gebaut werden. Die Produkte wurden unter dem Namen SIM verkauft. Das Geschäft wuchs stetig, jedoch nur bis 1918 - Kriegsende. Danach verschlechterte sich die Auftragslage.
Zur Herstellung der SIM Motorenteile wurden eigene Maschinen entwickelt und gebaut. Dazu wurde eine Tochterfirma in Nyon, die Compaigne d`outillage S.A. gegründet.
Ab 1920 wurden mehr verschiedene Motorenteile ins Programm aufgenommen. Die Motorreparatur Abteilung florierte - jedoch musste die Maschinenfabrik in Nyon wieder geschlossen werden.
Schon damals erbrachte die SIM S.A. fortschrittliche Sozialleistungen für das Personal - 1919 wurde eine eigene Krankenkasse für die Mitarbeiter der beiden Betriebe in Morges und Nyon gegründet.
Denyse Guerne wurde durch Victor Rogier als neuer Direktor abgelöst. Er leitete das Unternehmen bis 1962. Eine neue Wirtschaftskrise erschütterte 1921 die Schweiz und diesmal blieb auch die SIM von den Auswirkungen nicht verschont. Die Angestellten mussten Lohnkürzungen bis 10% hinnehmen und einige Gebäude mussten veräußert werden. Trotzdem gründete die SIM zwei neue Filialen. 1923 das erste Zylinderschleifwerk in Zürich und ein Jahr darauf, 1924 das Zylinderschleifwerk in Bern. Gleichzeitig wurde jedoch der Garagenbetrieb in Morges aufgegeben. Die finanziellen Schwierigkeiten erreichten ihren Höhepunkt als der Hauptaktionär der SIM, die Bank Monay-Cart, in Konkurs ging. Trotz den schwierigen Jahren nach 1924 gelang es der SIM weiter bestehen zubleiben und 1938 kam dann die Wende. Der Autoersatzteil-Export war nicht möglich und daher entschloss man sich die Spezialmaschinen die zum Eigenbedarf entwickelt wurden zu Exportieren. Dies führte noch im gleichen Jahr zu einer weiteren Vergrößerung der Fabrikanlage in Morges.
Dann kam der Krieg – und wieder hatte die SIM das große Glück genügend Aufträge zu erhalten - jedoch fehlte es diesmal an den nötigen, aus dem Ausland importierten, Rohmaterialien. Trotz der anfangs noch schlechten Wirtschaftslage in den kurz darauffolgenden Nachkriegsjahren, konnte die SIM 1948 wieder etwas Entscheidendes für die soziale Sicherheit der Angestellten unternehmen: Die Gründung einer firmeneigenen Pensionskasse. Nach den Nachkriegsjahren nahm auch die SIM am europäischen Aufschwung teil. Allerdings hatte die Öffnung der Grenzen nicht nur positive Auswirkungen für die SIM - der Konkurrenzdruck wuchs enorm und die SIM wurde gezwungen stark zu rationalisieren. Die bis anhin sowieso verlusteinbringende, jedoch geschichtlich bedingte Feilenproduktion, wurde ganzheitlich eingestellt.
1971 wurde die Ventil- und Kolbenringfertigung nach Braga, Portugal verlegt. 1982 wurden die Zylinderschleifwerke in Zürich, Bern, Basel und Morges an die jeweiligen Betriebsleiter verkauft - die Nachfrage nach Motorinstandstellungen nahm ab und die Produktion von Motorenbauteilen war in der Schweiz zu teuer. Bis zuletzt hielt die SIM auch an der hauseigenen Gießerei fest - welches als "Genickbruch" bei altgedienten Mitarbeitern gerne als Grund für den Verkauf der einzelnen Geschäftszweige gesehen wurde. Tatsache ist jedoch, ohne den Verkauf der einzelnen Geschäftszweige wäre die SIM 1983 in den Konkurs gekommen und sie würde heute nicht mehr existieren.
In Birsfelden ging das Zylinderschleifwerk in den Besitz der Familie Metzger, in Zürich in die Hände von Herrn Zürcher und in Bern in die Hände von Erna und Arthur Mühlematter. Der Bereich mit der Ventil- und Kolbenringproduktion in Portugal an die Familie Müller aus dem Kanton Thurgau, welche noch heute im Familienbesitz ist. Ebenso auch die Produktionsstätte in Basel. Die Filialen in Zürich blieben bis 2008 im Besitz von Herrn Zürcher. In Bern wurde nach der Familie Mühlematter, Herr Krüsi Besitzer und veräußerte diese 2009 wieder. Der Besitz ging in die gleiche Familie über wie die Filiale in Zürich. Heute sind Bern und Zürich wieder eine Firma mit dem Namen SIM AG, mit zwei Produktionsstandorten, einem Administrativsitz in Sarnen und einem modernen Motorenlager in Seuzach.
Im Oktober 2011 wurde die neue Filiale in Frauenkappelen (Kanton Bern) eröffnet.
Im März 2012 wurde die Filiale Dietikon an die SIM Motorenservice AG verkauft. Die Filiale wird selbständig durch die neuen Eigentümer weitergeführt.
