Heisses Gefährt

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Oft vergessene oder unterschätze Fehlerquelle

 

Die Geschichte beginnt im Jahr 2000 mit der Produktion eins 6 Zylinder Hitachi Bagger und führt ohne nennenswerte Ereignisse direkt ins Jahr 2010. In diesem Jahr wurde nach einem Motorschaden infolge eines defekten Ölfilters ein Neumotor eingebaut. Da dies eine Investition für die Zukunft sein sollte, entschied man sich bei der Neumotorisierung alle Anbauteile die direkten Einfluss auf die Öl- und Wasserversorgung des Aggregats haben gleich mitzuersetzten. Sehr lobenswert! Somit wurde die Ölpumpe, alle Ölfilter, der Wasser-Ölwärmetauscher, die Wasserpumpe, der Thermostat und sogar der Turbolader ersetzt.

Nach diesen Ausführungen ging der Motor zurück in die Maschine und wurde gleich wieder im Dienste der Steinabtragung in den Einsatz gestellt. Nach etwa 400 Arbeitsstunden vernahm der Maschinist ein klingeln und kleppern aus dem Motorraum. Im Anschluss wurde der Motor zur Diagnose ausgebaut und die Fehlersuche begann. Da der Fehler schnell gefunden wurde jedoch die Ursache nicht, wurde die SIM AG mit dem Auftrag einer neutralen Schadensexpertise beauftragt. Die Reise ins warme und sonnige Ticino konnte beginnen ;-)

 

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Da nicht nur auf einem Zylinder Verfärbungen zu finden waren sondern auf allen sowie alle Zylinderbüchsen so wenig Vorspannung hatten das man dies von Hand reinstossen und rausziehen konnte und der Kolben des 2. Zylinders auf der Ganzen länge massive Kratzspuren aufwies, deutete dieses Schadenbild auf ein Motorkühlungsproblem Wasserseitig hin. Da zu diesem Zeitpunkt bekannt war das alle Wasserrelevanten Bauteile erneuert und geprüft wurden, fiel das Augenmerk auf das Fahrzeug als solches - Der Verdächtige hiess: "Radiator"

Nach einem kleinen Test vor Ort wurde entschieden der Kühler muss zu einem Kühlerbauer und zerlegt werden um die Wasserzirkulation wieder zu gewähren.

 

Trotz regelmässiger Wartung kann es in Radiatoren zu Kalkablagerungen kommen die die Wasserzirkulation hemmen und somit die nötige Wärmeabgebe massiv behindern. Der Leistungsverlust liegt schnell bei 30-40% - und da ein neuer Motor mehr Reibungswärme erzeugt kommt ein blockierter Radiator seiner Aufgaben der Wärmeableitung nicht mehr nach. Was wiederum zu erhöhter Wassertemperatur im System führt. Wenn dann zu allem Unglück die Warnleuchte nicht funktioniert oder nicht beachtet wird ist der Zeitraum in dem es zu Materialbeschädigungen kommt sehr gering. Nach der Reparatur des Radiators sollte die Gefahr eines erneuten Schadens an dem zu revidierenden Motor ausgeschlossen sein.

 

Bei einer Neumotorisierung oder Revision empfiehlt es sich immer den Radiator zu prüfen!

 

Nach getaner Arbeit machte sich die SIM auf die Reise zu einem weiteren Kunden und mussten das doch nicht so warme und sonnige Tessin wieder verlassen... Schnee sei dank nicht so schlimm :-)

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